» Brüssel down under
Stadt, Land, Fluss – Folge 1
Auf der Suche nach dem vegetarischen Sandwich von Men at Work
Wer in Brüssel nach guter Musik sucht, der wird nicht auf den ersten Blick fündig. Denn schon die erste Frage, die sich stellt ist nahezu unlösbar: Wo anfangen zu suchen? Dazu muss mensch erstmal die sehr umfangreiche Geschichte der europäischen Hauptstadt kennen lernen. Und die Belgier, die nämlich keine sind, sondern sich in Walonier und Flamen aufteilen, haben überhaupt kein Bedürfnis dazu diese zu vermitteln. Deshalb beginne ich in meinem Dossier über die Brüssler Szene mit einer Charakterisierung der Stadt, dessen Name seit einiger Zeit auf fast jedem Zeitungsdeckblatt zu finden ist.
Brüssel, das ist eine Stadt mit der Einwohnerzahl von Braunschweig und liegt im Zentrum jenes Konstruktes, dass aus insgesamt 19 Städten besteht und über eine Million Menschen beherbergt. Nein, offiziell ist das ganze natürlich eine gesamte Stadt namens Brüssel. Aber wer durch die einzelnen Stadtteile wie Scharbeck, Ixelles, St. Gilles, Etterbeck oder eben Brüssel geht, dem wird nicht im Leben in den Kopf kommen, dass dies alles EINE Stadt sein soll. Warum nicht? Jeder Teil der belgischen Metropole hat ihren eigenen Stadtkern, ihren eigen Stil, ihre eigenen Menschentyp und ihre eigene Musik in den Straßen. Doch damit nicht genug. Denn diese eigenen Stile und Stadtkerne haben sich in der Zeit des Zusammenwachsens so sehr vermischt und wurden so plötzlich durcheinander geschmissen, dass der Baustil und die Stadtplanung Brüssels schlichtweg als nicht vorhanden bezeichnet werden kann. Brüssel ist wohl eine der wenigen westlichen Städte, die das Chaos vollkommen selbstverständlich lebt. Das Ungeordnete ist hier die Ordnung. Kein Haus gleicht dem Anderen, keine Straße führt gerade durch die ganze Stadt, keine Metro- oder Tramlinie fährt gerade Strecken, kein Bus fährt grob in nur eine Himmelsrichtung. Wer sich mal die Netzkarte des öffentlichen Verkehrs in Brüssel ansieht, wird mich verstehen.
Hinzu kommen die verschiedenen kulturellen Extremimpulse, die diese Stadt mitgemacht hat. So haben gleich mehrere Immigrationswellen eine schier unglaubliche Vielfalt an Ghettos, Sprachen, Kulturen und Mentalitäten geschaffen. Kongolesen, Marokkaner, arabisch-stämmige Bevölkerungsteile und eine riesige Welle an Menschen aus ganz Europa haben dafür gesorgt, dass in Brüssel gerade mal EIN DRITTEL Belgier wohnen. Wohlgemerkt die Hauptstadt Belgiens. Und wie gesagt, gibt es gar nicht DEN Belgier, sondern nur Walonen und Flamen, die in ihrer Kultur und Bevölkerungsschicht nicht unterschiedlicher sein könnten: Belgien ist aufgeteilt in Flandern (nördliche Hälfte) und Walonien (südliche Hälfte). Diese beiden Teile sind verfeindet und wollen nichts miteinander zu tun haben – auf beiden Seiten gibt es etliche Radikale und Rassisten, die teilweise sogar die Abspaltung des jeweiligen Landesteiles zu den entsprechenden Nachbarstaaten Frankreich bzw. den Niederlanden fordern. Die beiden Regionen haben ihre eigenen Parlamente, ebenso wie eine deutsche Minderheit, die im Osten des Landes zu finden ist und ihren Anspruch auf Deutsch als dritte Amtssprache auch heute noch aufrecht erhält. Das führt dazu, dass der Text auf den Zigarettenschachteln in Belgien in drei Sprachen abgedruckt werden muss und somit die ganze Schachtel bedeckt.
Brüssel ist eine eigene Region, die im flämischen Teil der föderalistisch aufgebauten Republik liegt. Dennoch sprechen etwa 90% der Brüssler walonisch, also einen französischen Akzent. Das liegt vor allem daran, dass die Walonier als arme Bauern angesehen werden und sich durch den starken Zulauf französisch-sprachiger Afrikaner als der sozial schwache Teil der Landesbevölkerung vornehmlich in den städtischen Teilen Brüssels sammelt, wohingegen die wirtschaftsstarken und wohlhabenden Flamen sich bedächtig im Umland von Brüssel in Vorstadtvillen niederlassen. Dennoch wird alles – also wirklich alles – in Brüssel in zwei Sprachen angegeben: Haltestellen, Straßennahmen, Supermarktetiketten, Werbeanzeigen, einfach alles. Doch wer in bestimmten Stadtteilen einkaufen geht und etwas auf flämisch kaufen möchte, der wird beiweilen keine Antwort bekommen oder gar nicht bedient. Ebenso verläuft es in den wohlhabenden Randstadtteilen, wo französischsprachige argwöhnisch begutachtet werden. Da ist es tausendmal besser auf Englisch oder noch beliebter auf Deutsch zu reden.
Die Situation des Brüssler Kulturchaos wurde durch die „Stationierung“ europäischer und internationaler Institutionen wie etwa der etwas ironisch gesagt bescheiden auftretenden Europäischen Union und der N.A.T.O verstärkt. Wer sich aus der historischen Altstadt durch das königliche Viertel in Richtung Europa-Viertel aufmacht, wird zuvor durchs Afrika-Viertel kommen und bei diesem Kulturschock vergessen, dass sich bereits zwei Häuser und ein paar verslumte Ecken weiter eine gigantische Glasstadt befindet: Das Europaparlement und die dahinter gelegenen Gebäude von Kommission und Rat. Vollkommen ohne Rücksicht auf seine Umgebung wurden sie hier eingepflanzt. Mensch sieht sofort, dass das Parlemant nicht von dieser Welt ist: Wie ein riesiges UFO gelandet mitten in einer Stadt, die noch so aussieht wie das New York der 20er Jahre. Nicht umsonst, hat der Journalist Hans-Martin Tiller sein Buch über die Europäischen Institutionen „Raumschiff Europa“ genannt. Ja, das passt wie die Faust aufs Auge – und das wissen hier alle, die Europäer, die Flamen, die Walonen und die Afrikaner. Die große Mehrheit der EU-Angestellten leben den ganzen Tag in diesen scheinbar bzw. offensichtlich Unsummen an Geld verschlingenden Glasbauten und kennen die Stadt Brüssel so gut wie gar nicht. Hingegen wissen viele Brüssler scheinbar nichts von der Existenz einer Europäischen Union und derer Institutionen. Oder sie wollen es nicht wissen. Etwa 20.000 Europäer arbeiten in den Institutionen. 25 Länder, 11 Sprachen, hunderte von Empfängen jeden Monat! Dazu zwei große Universitäten – natürlich auch hier eine flämische und eine walonische mit überproportional großem Anteil ausländischer StudentInnen (über 30%). Ganz abgesehen von den Unmengen an Lobbyisten und Verbänden, die sich hier tummeln. Nein, diese Stadt ist alles andere als normal. Umso normaler deshalb, dass die Suche nach der musikalischen Szene hier zu einer Doktorarbeit wird.
Ich machte mich also auf in die Brüssler Unterwelt. Diese ist, wenn man es genau nimmt ungeheuer groß. Denn wer den riesigen, stets starke Luftverschmutzung erzeugenden fünf- oder sechsspurigen Einbahnstraßen-Stadtautobahnen in die großen Löcher unter die Parks und Häuser Brüssels folgt, wird merken, dass es ein ganzes Straßennetz unterhalb der Stadt gibt. Es ist wie bei einer Modeleisenbahn, die ihren größtes Streckennetz erst bei einem Blick unter die Oberfläche preisgibt. Die ungeheure Platznot vor allem in den Stadtteilen der Europainstitutionen aber vor allem die nicht annähernd auf so große Verkehrsmassen eingestellten Städte, die zur Metropolo Brüssel zusammengewachsen sind, haben nichts anderes mehr offen gelassen. Wer mit dem Zug aus Deutschland nach Brüssel einfährt, wird in der Regel am Südbahnhof Gare du Midi ankommen und zuvor durch die U-Bahn-Schächte Brüssels geglitten sein. Die gesamte Innenstadt von Brüssel ist mit einer unterirdischen Nord-Süd-Achse durchzogen, in der ICE, Thalys und Eurostar nach Köln, Paris und London fahren. Gerade diese Lage in der Mitte dreier zentraler Metropolen Europas macht Brüssel zu einem spannenden Drehkreuz und seine Unterwelt zu einer ebenso spannenden Erfahrung. Aber nicht nur bildlich verteilt sich die Unterwelt in Brüssel unter der ganzen Stadt, sondern auch die Szene kann sich hier gut verstecken.
Mein erster Versuch war gleich ein absoluter Volltreffer, was ich allerdings erst später in vollem Ausmaß feststellen sollte. An einem lauen Spätsommerabend startete ich meine Erkundung und traf auf eine Handvoll skatender Jungs an der Porte de Namur, die den an diesem Platz vorhandenen Marmorbelag glänzend ausnutzten und fuhren. Ich fragte die etwa 16-jährigen Racker, ob es in dieser Stadt auch nen alternativen Schuppen gäbe, wo ich ne Runde Punk, Emo, Indie oder vielleicht was industrielles, experimentelles oder elektronisches hören konnte. Sie kannten sich nicht gerade äußerst gut aus, aber rieten mir, mich in die Gegend um den Grand Place zu mischen. Der Grand Place ist das alte sehr sehenswerte Stadtzentrum Brüssels. Ich konnte mir es zwar absolut nicht vorstellen, dass an so einer Touri-Stelle irgendwas Alternatives zu finden wäre, ließ mich dann aber dennoch dort hintreiben. Ich traf wiederum ein paar Gangster in einer engen Gasse und fragte sie ihrem Äußeren entsprechend nach Hip Hop oder Drum & Base. Sie zogen genüsslich an einem Joint, machten sich über mein gebrochenes französisch lustig und erzählten mir dann aber sehr familiär von ihrem Stammschuppen, bei dem sich ihrer Beschreibung nach die Creme der la Creme der belgischen Jugendkultur treffen musste. Ich machte mich also auf den von ihnen beschriebenen Weg gen Gare La Chapelle und traf nach einer Weile Fußweg durch typische Brüssler Gassen auf einen neonblau und dunkelgelb beleuchteten Bahnhof, vor dem sich einige mehr oder minder angetrunkene und zugedröhnte Menschen tummelten. Bei näherer Betrachtung sah ich die Schilder über dem vermeintlichen Eingang, die tatsächlich das „B“ der belgischen Eisenbahn und die Beschreibung „Naar den Sporen“ – zu den Gleisen – enthielten. „Recyclart“ hieß der Laden. Nachdem ich mich in und um diesem Schuppen umgesehen hatte, war mir klar, woher der Name kam. Hier war ein ganzer Bahnhof samt Kassen, Gängen und Gleisen zu einem riesigen Kulturschuppen umgebaut worden. Mit liebevoller Mühe hatte man alle der original gekachelten Wände besprayed und dabei die Anzeigetafeln und Abfahrtstabellen erhalten. Schließlich ist der Bahnhof tagsüber noch in Betrieb. Die Kartenschalter wurden in eine Bar und die niedrige Bahnhofshalle zu einem Konzert- und Diskosaal umgebaut. Außen und in den Nebenräumen fanden bleibende und vorübergehende Kunststücke beispielsweise in Form großer Gemälde ihre Heimat.

Die ersten Male im Recyclart war ich auf Drum&Base- und Industrialpartys, die vom Niveau her mit Sicherheit in die anspruchsvollere Klasse einzuordnen sind. Als begeisterter Elektroniktanzender bin ich hier voll auf meine Kosten gekommen. Doch den wahren Wert dieser Einrichtung, die eher ein Projekt, als eine kommerzielle Organisation war, habe ich erst mit den dort ebenfalls veranstalteten Konzerten und Events kennen gelernt. Mit einem enormen Gespür für unglaublich gute Kunst schaffen die dortigen Projektleiter es immer wieder ein abwechslungsreiches Repertoire an internationalen Musikern verschiedenster Richtungen auf die Bühne zu bringen. Sei es klassischer experimenteller Rock, französischer Hip Hop, belgischer Punk oder deutsche alternative Sängerinnen – hier kann alles kommen, was einen alternativen Anspruch hat und neue Impulse liefert. Nach dieser unglaublich progressiven Erfahrung hatte ich einen enorm guten Start in das Brüssler Nachtleben gemacht und war bereit mehr in die Tiefe zu gehen, um weitere Orte der Musik kennen zu lernen. Doch kam zunächst die Ernüchterung. Optimistisch war ich auch in den belebten Vierteln Brüssels auf meine Suche gegangen und war fast ausschließlich auf eine ganze Reihe an Mainstreem-Diskos und konservativen Salsa-, und Cocktail-Bars getroffen. Vor allem an den Metro-Haltestellen Louisa, Bourse (die Börse) und Madou tummelten sich zu meinem persönlichen Leid lediglich dating-geile AnzugträgerInnen, die ihre Hemmungen und Unzulänglichkeiten mit Alkohol und Chartmusik niederringen, um so lustig wie möglich sein zu können. Meist karrieregeile Angestellte und PraktikantInnen der EU-Institutionen, perspektivlose Gangster und ihre Ischen oder vollkommen hirnlose Studierende. Wobei auf letztere die Bezeichnung „Studierende“ nun wirklich absolut fehl am Platz ist. Denn ein Großteil der Brüssler StudentInnen beschäftigt sich während des gesamten Jahres – ausgenommen der Prüfungswoche – ausschließlich mit zwei Themen: Erstens Alkohol, und zwar so viel und so lange es nur irgendwie und irgendwo geht und zweitens das betrunkene Herumlaufen in der Stadt mit einer dreckigen Kutte und einem verlängerten Sonnencap in einer Gruppe von etwa 5-10 Leuten, von denen einer der alles bestimmende Boss ist und der Rest die von ihm stetig befohlenen peinlichen, ekelhaften und erniedrigen Aufgaben erledigen und ihm gebückt in alle Ewigkeit folgen muss.
Nein, an dieser Art von „Musik“-Kultur war ich nicht interessiert. Ich musste also meine Taktik ändern: Mich wieder mühsam durchfragen und hinter jede dunkle Ecke schauen. Nachdem ich eines Abends mal wieder am Grand Place war und mit ein paar Bekannten die Gegend unsicher machte, landeten wir plötzlich in einer Sackgasse an einer Kneipe Namens „Delirium“. Allein der Titel frohlockte schon so stark, dass wir uns einfach herein begaben und zu unserer Freude feststellen durften, dass die im Keller befindliche Kneipe ein wirklich netter Schuppen war. Nachdem uns der Wirt mitteilte, dass es tatsächlich 2004 verschiedene Biersorten verfügbar gäbe, war eines klar: Hier würden wir den ein oder anderen Abend verbringen müssen. Nach ein paar Apfelbieren und Blanches lernte ich ein Mädel kennen, dass sich in der Kneipe Musik auf einem Kopfhörer anhörte. Haley aus New York, war für ein paar Tage in Brüssel und machte ein Auslandssemester im niederländischen Leyden. Wir unterhielten uns, bis plötzlich sich so gegen zwölf die anscheinend hausinterne Rock-Kombo zu einer Live-Session formierte. Mit großer Freude stellten wir fest, dass es sich hierbei um ein nicht ganz schlechtes Szene-Event handeln musste, denn der kleine Laden, dessen Laufkundschaft auf Grund seiner Lage nicht gerade sehr umfassend sein konnte, war mit einem Mal brechend voll geworden. Die Leute standen erwartungsfreudig an der kleinen Bühne, als die ersten Töne der Deliriums-Gitarren ertönten und den Raum mit einer enormen Stimmung füllten. Und dann wollte ich es kaum glauben, denn diese Band machte aus ihrer Jam-Session eine wahre Reinkarnation grandioser Künstler wie Mark Knopfer, Jim Morrison, Bob Marley, Tom Petty und Bands wie den Pixies, Metallica und U2. Die Jungs hatten es wirklich drauf. Wir kamen daraufhin des Öfteren am Donnerstag zur Live-Session im Delirium, dass ebenfalls einen vorderen Platz in der Brüssler Musikszene findet.
Besagte Haley war es dann, die mir auch das „Dalis“ zeigte, dass ziemlich versteckt in einem Hinterhof in der Innenstadt zu finden ist. Hierbei handelt es sich um ein sehr gediegenen DJ-Schuppen, in dem immer wieder sehr gute Musik von Drum&Base und Elektro über Techno (guten Techno, um es gleich dazu zu sagen) bis hin zu Indie- und Emo-Rock. Nach einiger Zeit habe ich durch die Kontakte aus den bisher entdeckten Locations immer weitere interessante Eckpunkte des musikalischen Undergrounds in Brüssel entdeckt, wie beispielsweise das „Magasin 4“, in dem regelmäßig Partys und Konzerte mit je nach Geschmack guter Musik veranstaltet werden. Es befindet sich an der Metrostation Yser in der gleichnamigen Straße Rue du Magasin (was hier Parkhaus heißt) und ist im Stile des B58 in Braunschweig gehalten. Jeden Laden hier allerdings einzeln zu beschreiben, würde die Lesergeduld wohl zu sehr belasten. Doch eins ist klar geworden: das alternative Bild Brüssels ist äußerst vielseitig und steckt im Detail. „Savoir òu d’aller“, sagte mir kürzlich ein Typ aus Lüttich, der mit einer minimal electro band angereist war und sich in der europäischen Szene bestens auskannte. Gerade Kunst und Kultur haben in Brüssel eine unglaublich große Bandbreite. Um sie allerdings wirklich zu entdecken, muss man die zahlreichen dreckigen und heruntergekommenen Viertel, Gassen und Hinterhöfe abklappern und sich in die Welt der Menschen „auf der Straße“ einleben. Vor allem alternative Kinos, private Musikveranstaltungen und Künstlertreffs finden sich im Nord-Westen und Süd-Osten der Stadt. Meist sind all diese Dinge aber nicht von außen zu erkennen. Es scheint ein wenig, als habe die Unkultur der Europäischen Institutionen, die mit ihrer High-Society-Lobby-Welt das Brüssler Stadtbild jenseits des Tourismus nachhaltig vereinnahmt hat, das jugendkulturelle und alternative Leben von der öffentlichen Bildfläche verdrängt.
Brüssel ist also auch in dieser Hinsicht keinen normalen Regeln unterworfen. Gerade auf Grund dieser Eigenschaft, für klassische Stadtbilder und -strukturen nicht fassbar zu sein, ist das Bild der belgischen Hauptstadt in den Köpfen der Europäer und gerade uns als alternativer Jugend noch vollkommen unbestimmt. Zu Unrecht wie ich meine, denn Brüssel hat das Potential, in Zukunft die alternative Szenestadt der Jugendkultur in Europa zu werden. Ein Aufenthalt dort, sowie eine ausgiebige Entdeckung der verschiedenen Gesichter vor und hinter der Fassade von Brüssel kann ich daher jedem nur wärmstens ans Herz legen. Wer allerdings klassische Schönheit stets der Schönheit von Dreck und Unordnung vorzieht, sollte lieber im guten alten Deutschland bleiben.









am 2. February 2006 um 10:27 Uhr
Erster!
um das Niveau dises Bloges mal auf das Niveau anderer zu bringen.
Ich muss diesem Artikel großen Lob aussprechen und bin stolz dein Sohn zu sein.
Bitte mehr davon und benimm dich Mutter
Sohn Beni
am 2. February 2006 um 11:35 Uhr
Hallo Albert,
zweiter
Schöner Text! Bin ein bisschen stolz auch etwas für die Kultur/Kunst in Brüssel getan zu haben. Hat ja nicht jede Stadt ein großes UND kleines Atomium, oder?
Schöne Grüße aus München,
Flo
am 2. February 2006 um 14:15 Uhr
Du schreibst: “Nein, offiziell ist das ganze natürlich eine gesamte Stadt namens Brüssel. Aber wer durch die einzelnen Stadtteile wie Scharbeck, Ixelles, St. Gilles, Etterbeck oder eben Brüssel geht, dem wird nicht im Leben in den Kopf kommen, dass dies alles EINE Stadt sein soll.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptstadtregion_Br%C3%BCssel dagegen meint: “Die Hauptstadtregion Brüssel umfasst das zweisprachige Gebiet der Hauptstadt Brüssel. Sie ist in 19 selbständige Gemeinden gegliedert, die jedoch ein zusammenhängendes städtisches Siedlungsgebiet bilden. Die Stadt Brüssel, die das Stadtzentrum Brüssels umfasst, ist eine dieser 19 Gemeinden.” Demnach wäre Brüssel offiziell tatsächlich keine gesamte Stadt, sondern 19 formal getrennte Städte. Was stimmt?
Albert: Hi Sebastian! Danke für die Ergänzung. Ich muss ehrlich sagen, dass ich es nicht 100%ig weiß. Aber es gibt hier eine Region Capital de Bruxelles. Sie hat den Status einer Stadt, soweit ich das mitbekommen habe. Es stimmt aber, dass die Gemeinden alle selbstständig sind. Aber sind sie das in Berlin nicht auch? Grüße und bis morgen
am 2. February 2006 um 14:21 Uhr
Dritter!!!!
Jap, schöner Text, und an die 2004 Biersorten-Kneipe kann ich mich noch wärmstens errinnern.
Weiter so
Greetz
der doc
am 2. February 2006 um 19:27 Uhr
wow
Das ist ja weirklich eine ansprechendes “Szene-Bild”.
Gut gemacht. Hut ab.
Gruss Micki
am 2. February 2006 um 23:10 Uhr
Hallo
Albert: Toll Steffen, das ist auch der einzige Kommentar, den du immer und überall abgibst
am 20. February 2006 um 13:04 Uhr
Hey JPA,
ich lege dir mal die Nutzung des “more”-tags ans Herz.
Dann kannst du Vorspänne verfassen, wer mehr lesen will, kann draufklicken. Das hat zur Folge, dass in deinem Blog nicht nur ein (zweifelsfrei sehr spannender, aber doch ziemlich langer) Artikel zu lesen ist.
Albert: Dank dir für den Tipp – hatte schon nach der Option gesucht!
am 20. February 2006 um 15:27 Uhr
Ach ja:
Ich hab mal ein Update gemacht:
http://julia2004.de/jpa2.png
am 17. April 2006 um 13:06 Uhr
Hey JPA! Wann kommt Folge 2? Komm, spann uns nicht weiter auf die Folter…!
am 2. May 2006 um 12:16 Uhr
genau!
sebastian hat recht: wann kommt “Berlin down under” ?
am 30. May 2006 um 10:34 Uhr
Hallo Albert,
bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen. – Der netteste Text, den ich seit längerem gelesen habe. Im Angesicht dessen, dass mir Brüssel beinahe uninteressant erschien, hast Du mir die Stadt richtig “schmackhaft” gemacht. Gibt es nun weitere “Szene-Beschreibungen” deinerseits?
Liebe Grüße
Chrisi
am 30. May 2006 um 14:52 Uhr
Hallo!
Ein wirklich interessanter Underground-Bericht (selten gibt’s soetwas zu lesen) und eine gute Erkundungstour!
Nur zwei Sachen kann ich nicht zustimmen:
“Belgien ist aufgeteilt in Flandern (nördliche Hälfte) und Walonien (südliche Hälfte). Diese beiden Teile sind verfeindet und wollen nichts miteinander zu tun haben – auf beiden Seiten gibt es etliche Radikale und Rassisten, die teilweise sogar die Abspaltung des jeweiligen Landesteiles zu den entsprechenden Nachbarstaaten Frankreich bzw. den Niederlanden fordern.”
Zwar gibt es die belgische Identität nicht, sondern die Flämische oder Wallonische, aber wer sagt, dass sie sich hassen? Das stimmt überhaupt nicht. Die beliebtesten Kurzreise ziele: für die Flamen sind es die Ardennen in der Wallonie, und für die Wallonen ist es die Küste und die flämischen Kunststädte. Vorteilhaft: Sie haben dort ihre Küche, ihr Bier, ihre Supermärkte, und sie sind alle Belgier. Nur ein kleiner Teil der Belgier würde sich eine Trennung wünschen.
Grüße, David
PS: Einladung, hunderte Brüssel-Fotos in meinem Blog!
am 26. January 2007 um 00:29 Uhr
Ach ja, sorry, noch was:
In Brüssel gibt es 30% Ausländer, nicht 30% Belgier, obwohl man das objektiv meinen könnte. Aber 70% Ausländer wäre ja schon ziemlich krass, meinst du nicht auch?
Und: In Flandern spricht man Niederländisch und in der Wallonie Französisch. Flämisch und Wallonisch wird kaum noch gesprochen.
Ich habe fertig!